Reifenauswahl und Reglements der MotoGP

Die Reifen in der Motorradweltmeisterschaft (MotoGP) sind enormen Kräften ausgesetzt. Da die Reifenkontaktstellen um ein zehnfaches niedriger als bei Autoreifen sind, ist die Reifenauswahl enorm wichtig um die Leistung des Motorrades auf die Rennstrecke bringen zu können.


Aktuell gibt es nur zwei Hersteller, die die Weltmeisterschaft mit  Reifen ausstatten darf. Das britische Unternehmen Dunlop stattet die Moto2 & Moto3 Motorräder mit Rennreifen aus und Bridgestone darf die Teams der MotoGP beliefern.
2009 wurde aus Sicherheits- und Kostengründen ein neues Reifenreglement eingeführt, um gleiche Voraussetzungen für alle Fahrer herzustellen. In der MotoGP übernimmt Bridgestone die Entwicklung und Herstellung der Reifen, wobei die Zuteilung an die Teams bzw. Fahrer durch das Team des technischen Direktors einen Tag vor Trainingsbeginn erfolgt.

Reifenentwicklung und Herstellung

Ein geeigneter Rennreifen enthält Mineralien, Gummi, Latex und Hightech-Plastik-Fasern. Die verwendete Mischung ist eine Kombination aus Gummi und synthetischen Materialien, die bei einem Vulkanisierungsprozess in Latex umgewandelt wird. Dieser Herstellungsprozess gewährleistet qualitative Rennreifen mit hohen Performanceeigenschaften. Die Reifen, die für den täglichen Einsatz vertrieben werden, unterscheiden sich von den Renn – Slicks massiv in der Eigenschaft der Bodenhaftung.

Reifenauswahl in der MotoGP

Die Reifen werden von den Teams und den Fahrern an sogenannten Testtagen auf ihre Eignung an verschiedene Bedingungen getestet. Die Erkenntnis und Daten dieser Tests  sowie die Erfahrungswerte der Fahrer zu Strecken und Wetterbedingungen, werden als Grundlage für den Entscheidungsprozess herangezogen.

Die Anforderungen an einen Rennreifen sind enorm hoch, denn es muss eine gute Balance zwischen Durchhaltevermögen und Grip gefunden werden. Erschwerend hinzu kommt, dass die Anforderungen für Hinter- und Vorderreifen aus technischer Sicht massiv voneinander abweichen können. Die Auswahl entscheidet sich meist zwischen 3 Reifenvarianten:

  • weicher Reifen mit viel Grip, der hohe Geschwindigkeiten und schnelle Rundenzeiten ermöglicht
  • harte Reifen mit geringerer Bodenhaftung aber größerem Durchhaltevermögen
  • oder ein Rennreifen zwischen den beiden Extremen

Aber nicht nur die äußeren Bedingungen sowie das Material von Reifen und Motorrad spielen bei der Auswahl eine wichtige Rolle, sondern auch der Fahrstil der Piloten muss berücksichtigt werden.
Um die Aufwärmeigenschaften zu verbessern, entwickelte Bridgestone 2012 eine neue Reifenmischung.


„Ein Rennreifen sollte auf höchstem Niveau eine Renndistanz von 120 km durchhalten“

Bildquelle: motogp.com

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