Nachholbedarf bei der Nachwuchsförderung im Motorradsport

Während die Formel 1 in den letzten Jahren mit Zuschauerschwund zu kämpfen hatte, boomt eine andere Rennsportserie: Die MotoGP brach 2018 alle Rekorde. Fast drei Millionen Fans kamen an den 19 Rennwochenenden an die Strecke. Zwar gab es mehr Rennen als zuvor, doch auch der Zuschauerschnitt von knapp 152.000 pro Rennen war ein neuer Spitzenwert.

Marquez & Rossi weiterhin das Maß der Dinge

Ein Blick auf den MotoGP WM-Stand 2018 zeigt, dass die erfahrenen Rennfahrer noch immer dominierten. Ob Valentino Rossi oder Andrea Dovizioso – es scheint nicht so einfach zu sein, an den alten Hasen vorbeizukommen. Doch die jungen Wilden bahnen sich auch in diesem Sport ihren Weg nach ganz oben.

Wer Erfolg haben will, braucht Disziplin und Ehrgeiz. Das gilt im beruflichen Alltag ebenso wie im Sport. Talente profitieren von der Nachwuchsförderung der . Doch auch die erfahrenen Fahrer kümmern sich um den Nachwuchs. So vermittelt Valentino Rossi sein Wissen seit 2014 an junge Talente. In seiner VR46-Fahrer-Akademie, die er gemeinsam mit Yamaha aufgebaut hat, sollen Leidenschaft und Spaß am Motorradsport aber nicht zu kurz kommen. Deswegen ist Rossi so oft wie möglich vor Ort.

Gute Ansätze von ADAC und Dorna Sports

Aber auch in Deutschland gibt es Förderprogramme. So hat der ADAC 2017 in Zusammenarbeit mit dem MotoGP-Rechteinhaber Dorna Sports zwei Wildcard-Einsätze für die FIM Moto3 Junioren-Weltmeisterschaft vergeben. Dabei sollten sich die beiden Talente aus dem ADAC Northern Europe Cup (NEC) mit anderen Nachwuchsfahrern aus aller Welt messen und sich für die MotoGP empfehlen.

Dorna Sports nennt dieses Engagement “Road to MotoGP” und ist sicher der Verantwortung für die Zukunft des Motorradsports bewusst – und das geht nur über die Förderung junger Talente. Damit ist es in Deutschland verglichen mit anderen Nationen allerdings schlecht bestellt.

Die Teams setzen auf Erfahrung

Schuld sind auch die MotoGP-Teams. Wenn etwa Honda-Repsol auch 2019 lieber auf Ü30-Fahrer wie Marc Marquez und Jorge Lorenzo setzt, obwohl man bereits vielversprechende Talente verpflichtet hatte? Ducati und Yamaha gehen hier einen anderen Weg und haben in den letzten Jahren immer wieder jungen Fahrern eine Chance gegeben, die diese auch genutzt haben.

Für den deutschen Motorradsport sieht es düster aus. Stefan Bradl und Sandro Cortese sind in die Jahre gekommen. Der heute 25-jährige Jonas Folger galt als Nachfolger, als er 2017 bei Yamaha unter Vertrag genommen wurde. Doch es folgten Verletzungen, Burnout und die logische Konsequenz: Folger flog aus dem Team und konnte 2018 keine Rennen fahren. 2019 startet er sein MotoGP-Comeback als Yamaha-Testfahrer.

Auch in der Moto2-Serie gibt es Probleme

Folger ist derzeit der einzige deutsche MotoGP-Nachwuchspilot. Nicht nur in dieser Rennsportserie schwächelt der deutsche Motorradsport derzeit. Einer der größten Förderer – Stefan Kiefer – verstarb 2017. Das brachte sein Moto2-Team Kiefer Racing in arge Bedrängnis. Sandro Cortese konnte dort 2018 doch nicht anheuern.

Etwas besser sieht es in diesem Jahr für die deutschen Fans aus. Während Eurosport in den letzten Jahren nicht alle Rennen im Free-TV übertragen hat, liegen die Rechte nun bei Servus TV. Alle 19 Grands Prix sind kostenfrei empfangbar. Kleiner Wermutstropfen: Die Übertragung beginnt erst am Samstagmittag. Dennoch ist diese Neuerung ein Grund, sich auf die kommende MotoGP-Saison zu freuen. 

Auch 2019 sind MotoGP Tickets heiß begehrt. Auf Global Tickets können Fans schon jetzt Karten für alle Rennen bestellen. Wer sich bei der Ticketwahl unsicher ist, ruft einfach die Hotline an und lässt sich beraten. Die Karten werden direkt nach Zahlungseingang kostenlos verschickt und sind voll versichert. Und dann heißt es: Warten auf den großen Tag.

Nachholbedarf bei der Nachwuchsförderung im Motorradsport
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