Amazonas Regenwald – ein Offroad – Abenteuer im grünen Paradies

Kein Fleckchen Erde auf der Welt reizt so sehr wie der sagenumwobene Amazonas. Hier treffen sich nicht nur Mythen und Fantasien der ganzen Welt, um in dem riesigen Dschungel surreale Ausmaße anzunehmen, sondern hier herrscht auch eine der größten Artenvielfalten der Erde. Ein Ausflug in dieses Fleckchen Erde war lange ein Ausflug in die grüne Hölle – ist aber heute eine der faszinierendsten Reisen, die man unternehmen kann.

Einzigartige Naturschauspiele in der Lunge der Erde

Unter der Schaluppe treffen sich schwarze und braune Wassermassen, um eine Zeitlang in dem immensen Flussbett nebeneinander her zu fließen. Ein Flussdelphin hüpft munter zwischen den sich treffenden Wassermassen hin und her und lässt seine pinke Schwanzflosse immer wieder aufblitzen. Am Ufer springt ein Affe durch die undurchdringliche Pflanzenwelt und erinnert die Reisenden daran, dass diese grüne Masse, auf die man blickt, durch und durch belebt ist. Den Himmel bevölkern Papageien, deren Kreischen den monotonen Singsang des Dschungels immer wieder unterbricht.

Wer einmal zugesehen hat, wie das schwarze Wasser des Rio Negro das braune Wasser des Rio Solimões  ineinader fließen, wird für seinen Lebtag dieses Bild nicht vergessen. Unweit von Manaos, der brasilianischen Hauptstadt des Amazonasgebietes, münden die beiden Flüsse ineinander und sind Teil eines Flussnetzwerkes, das immer weiter in den tiefsten Dschungel der Erde führt. Hier warten Affen, Jaguare, Anakondas und unzählbar viele Insekten und Vögel auf neugierige Augen. Und während diese Ausflüge früher von beschwerlichen Wegen und Krankheiten vereitelt waren, ist es heute möglich, sich von Manaos oder Santarem aus in den Dschungel zu begeben und seine faszinierende Artenwelt hautnah und gefahrenlos zu erleben.

Manaos: Verfallener Luxus mitten im Dschungel

Auch die Städte selbst locken mit ihrer faszinierenden Geschichte:  Am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts herrschte in den Städten des Amazonas ein unfassbarer Reichtum. Damals konnte Naturkautschuk nur in den Wäldern des Amazonas geerntet werden und machte die Gegend unermesslich reich. In Manaos zeugen die beeindruckenden Prachtbauten aus der Kautschuk-Ära immer noch vom einstigen Reichtum. Als das Teatro Amazonas 1896 erbaut wurde, kamen nicht nur seine Steine aus ganz Europa. Sondern auch ganze Opernbrigaden wurden aus Paris eingeladen, um in der reichsten Stadt des südamerikanischen Kontinents vor den betuchten Kautschukhändlern zu spielen.



Heute strahlt die Millionenstadt Manaos einen eher maroden Charme aus.  Nachdem der Kautschuk des Amazonas von billigerem und besserem Plantagenkautschuk in Asien abgelöst wurde, sind die einst so prunkvollen Häuser bis auf das liebevoll renovierte Theater verfallen. Manaos ist heute eine eher ärmliche Metropole, die dennoch ihre Reize hat: Denn die auf Stelzen gebauten Häuser, der Fischfang und die feuchte Luft erinnern jede Sekunde daran, dass man im Dschungel weilt. Die Abhängigkeit der Stadt vom Fluss als Nahrungs-, Arbeit- und Lebensspender ist in jedem Moment spürbar.

Sehenswert sind in Manaos auch die schwimmenden Docks: 1902, also auch in Zeiten des Kautschukbooms erbaut, passen die 300 Meter in den Fluss hineinragenden Stege sich dem Wasserstand des Rio Negros an. Hier starten seit Jahrhunderten täglich Dutzende Schiffe, um Waren und Menschen den Amazonas hinauf- und hinunterzufahren.

Dschungeltouren: Hinein in die grüne Hölle

Das wahre Dschungelgefühl kommt erst auf, wenn man sich von der Stadt weg bewegt. Dschungeltouren leiten die Touristen in ruhigere Gebiete, in denen Dörfer, Dschungel Lodges und Urwaldtouren die Faszination des Dschungels erlebbar machen. Dabei warten die meisten Touren mit viel Komfort auf: Neben dem selbstverständlich frischen Fisch gibt es oft üppige Frühstücke mit faszinierenden Früchten aus dem Urwald. Auch die Häuser im Urwald sind sauber und angenehm – und mit ihrem Ausblick auf die Baumkronen und die Flusslandschaften unschlagbar schön. Nebenbei lernt man auf diesen Ausflügen das Dschungelleben kennen: Palmblattflechten und Piranha-Angeln stehen auf dem Programm dieser Touren.

Von Manaos aus kann man in einem Schiff den Amazonas hinunter fahren. Ein Abstecher in das Dörfchen Santarem ist nicht nur wegen der Beschaulichkeit des Dorfes lohnenswert. Von hier aus kann man auch einen Abstecher in die „Karibik des Dschungels“ machen, einen sehr idyllischen Abschnitt mit Sandstrand und lieblichen Hütten am Strand. Das Alter do Chão besticht mit seiner Beschaulichkeit – und ist auch Ausflugszeil zahlreicher erholungssuchender Brasilianer.

Belém do Para: Wo der Atlantik den Amazonas trifft

Weiter geht es dann mit dem Schiff in die Metropole Belém am Atlantik – wo man sich langsam wieder an das echte Leben gewöhnen kann, nachdem das Auge tagelang bloß Dschungel erblickt hat.
Auch die pulsierende Metropole Belém do Pará ist einen Ausflug wert. Ähnlich wie Manaos wartet auch Belém mit einem maroden Charme auf. Hier erwarten von Gustaff Eiffel erbaute Markthallen neugierige Besucher. Auf dem Markt lassen sich exotische Fische und Pflanzen bestaunen, und so manch einer erwirbt heimlich „Viagra Natural“. Auch die zahlreichen Früchte, die oft als schmackhafte Säfte verkauft werden, sind eine üppige Völlerei wert – zum Beispiel der süße Saft aus kopfgroßen, frischen Avocados.

In den von Mangobäumen gesäumten Straßen der Stadt sind alle Sehenswürdigkeiten an der Promenade entlang zu erlaufen. Hier lässt sich auch das Forte do Castelo erreichen, mit dem 1616 die Stadt gegründet wurde. Die Kanonen weisen heute sinnlos und verrostet auf das Wasser, aber sie lassen erahnen, wie wichtig eine gute Verteidigung zu Kolonialzeiten war. Gleich daneben beginnt das Vergnügungsviertel von Belém, das Estação das Docas. Hier warten Bars und Souvenirshops auf Ausgehfreudige.

Ein Ausflug in den Amazonas ist auch heute noch etwas ganz Besonderes und sollte deshalb gut geplant werden. Vor allem bei den Dschungeltouren in Manaos warten viele unseriöse Agenturen auf Kurzentschlossene, denen sie dann mangelnden Komfort bieten. Sinnvoll ist es dementsprechend, bereits in Deutschland eine seriöse Agentur oder ein gutes Hotels ausfindig zu machen, welches bei der Reiseplanung vor Ort behilflich sein kann.

Bildquelle: Daveness_98 / flickr.com

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