Motorradtour planen – Reiseplanung & Motorradcheck

Eine Motorradtour ist ein fantastisches Erlebnis. Die schönsten Strecken und Landschaften warten auf den Fahrer und den Sozius. Doch gerade größere Ausflüge mit dem Motorrad sollten gut geplant werden, zusätzlich muss sich das Bike in einem einwandfreien Zustand befinden. Sonst kann eine Motorradtour sehr schnell frustrierend und sogar gefährlich werden. Diese Checkliste soll dazu beitragen, dass der Ausflug mit dem Motorrad gelingt und die Motorradtour Spaß macht.

Gut vorbereitet auf Reise gehen

Gerade längere Motorradtouren sollten im Vorfeld besonders gut geplant werden. Zuerst sollte die Strecke bzw. das Reiseziel festgelegt werden. Inspiration ist in zahlreichen Reiseberichten zu finden, genauso wie in den Streckenempfehlungen von Tourenfahrer. Ist die Entscheidung für eine bestimmte Tour gefallen, kann es mit den Reisevorbereitungen losgehen. Zur richtigen Streckenplanung zählt auch, dass die Übernachtungsmöglichkeiten eingeplant werden. Hotels oder Campingplätze sollten frühzeitig gebucht und reserviert werden, um böse Überraschungen zu vermeiden und um einen sicheren Schlafplatz für die Nacht zu finden.



Diese Papiere dürfen auf keiner Motorradreise fehlen:

• Kartenmaterial oder Navigationsgerät sind natürlich von elementarer Bedeutung. Es empfiehlt sich, die Tour in den Reisekarten mit einem Textmarker zu markieren oder in das Navi einzuspeichern. Auf diese Weise behält der Fahrer einen besseren Überblick.
• Ausweispapiere wie Reisepass oder Personalausweis. Bitte vorher erkundigen, welche Dokumente für das Reiseland notwendig sind. Tipp: Darauf achten, dass die Dokumente noch mindestens sechs Monate gültig sind. Für den Fall des Verlustes von Dokumenten, sollten Kopien angefertigt werden.
• EC Karten und Kreditkarten sowie immer etwas Bargeld, um kleinere Ausgaben zu begleichen.
• Führerschein, Fahrzeugschein und die grüne Versicherungskarte, falls die Reise in Länder führt, die nicht der EU angehören.
• Mitgliedskarten des ADAC oder anderen Pannenhilfen
• Notfallnummern, möglichst schriftlich auf Papier, falls das Handy nicht aufgeladen werden kann oder kaputt geht.
• Vollmacht des Halters, falls das Motorrad ausgeliehen ist.

Die richtige Bekleidung für die Motorradreise

Wer mit alter oder mit minderwertiger Motorradkleidung fährt, geht hohe Risiken ein. Deshalb ist, völlig unabhängig vom Wetter, eine hochwertige und zeitgemäße Sicherheitskleidung unabdingbar. Auch wenn Textilkombis immer beliebter werden, so ist doch ein Lederkombi zu empfehlen, weil bei gut anliegenden Lederkombis die eingearbeiteten Protektoren zuverlässiger sitzen und die Abriebfestigkeit höher ist als bei Textilkombis.

In der Reiseapotheke sollten immer mit dabei sein:

• Pflaster in verschiedenen Größen
• Mullbinden und sterile Auflagen
• Desinfektionsmittel wie beispielsweise Jod
• Rettungsdecke Silber/Gold
• Schmerztabletten, die stark genug sind, dass sie auch gegen Zahnschmerzen helfen.
• Wund- und Heilsalbe
• Medikamente gegen Durchfall
• Tabletten gegen Fieber
Tipp: Erste-Hilfe-Sets für Motorradfahrer sind im Motorradzubehörhandel, auch in manchen Apotheken erhältlich.

Welche Aspekte bei einem Unfall mit dem Motorrad zu beachten sind, beschreibt dieser Artikel. Für eine kleinere Panne, sollten folgende Utensilien bei keiner Motorradtour fehlen:

• Bordwerkzeug
• Draht
• Kabelbinder
• Klebeband
• Kettenspray
• Luftpumpe
• Allzweckwerkzeug
• Motoröl
• Ersatzbirnen für die Beleuchtung
• Stirnlampe für nächtliche Reparaturen.
• Schmutzlappen und Schutzhandschuhe
• Ersatzzündkerzen
• Flexibler Plastikschlauch, der zur Not als Benzinschlauch verwendet werden kann.
• Trichter
• Reserve-Spanngurte
• Reifendichtmittel

Der Motorradcheck

Gerade vor der Motorradsaison sollte das Bike erst einmal gründlich gereinigt werden. Damit eventuell beschädigte Teile besser zu erkennen sind. Gründlich wird der Schmutz mit einem Dampfstrahler entfernt, der jedoch nicht direkt auf die Lager, die elektrischen Bauteile und die Kette gerichtet werden sollte, damit durch den Druck des Wasserstrahls kein Wasser eindringen kann bzw. nichts beschädigt werden kann.

Die wichtigsten Vorbereitungen:

• Alte Bremsflüssigkeit erneuern und kontrollieren, ob der Füllstand stimmt.
• Die Kupplung und das Hebelwerk sollten leichtgängig sein und das richtige Spiel haben.
• Die Kühlflüssigkeit auffüllen.
• Den Motorölstand überprüfen und gegebenenfalls Ölwechsel machen.
• Batterie mit destilliertem Wasser auffüllen.
• Die Bremsbeläge überprüfen. Sie sollten genug sein, damit sie über die gesamte Tour-Distanz ausreichen.
• Die komplette Beleuchtungsanlage überprüfen.
• Die Motorradkette schmieren. Am besten mit einem Kettenspray, weil damit der Zeitaufwand möglichst gering gehalten wird und eine effektive, gleichmäßige Schmierung erfolgt.

Besondere Sorgfalt auf die Überprüfung der Reifen legen

Für die eigene Sicherheit ist es extrem wichtig, dass die Motorradreifen noch über guten Grip verfügen. Vorgeschrieben ist eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimeter, doch für längere Motorradtouren ist diese Profiltiefe längst nicht ausreichend. Denn während der Tour nutzt sich das Profil ständig weiter ab, sodass die zulässige Profiltiefe mit Sicherheit unterschritten wird. Empfohlen wird eine Profiltiefe von mindestens 3 Millimetern.

Motorradreifen sollten nicht zu alt sein

Denn nach ca. fünf Jahren ist das Gummi der Reifen ausgehärtet, was bedeutet, dass die Haltbarkeit der Reifen überschritten ist. Selbst wenn die Profiltiefe noch ausreicht, müssen die Reifen unbedingt gewechselt werden. Neue Reifen findet ihr im Fachhandel oder online, die ihr euch noch vor Antritt der Reise nach Hause liefern lassen könnt. Wer wissen möchte, wie alt ein Motorradreifen ist, sollte ein Blick auf die Flanke des Reifens werfen. Denn dort befindet sich die sogenannte „DOT-Nummer“. Das ist eine vierstellige Ziffer. Die ersten zwei Ziffern geben Aufschluss über die Herstellungswoche. Die beiden letzteren Ziffern stehen für das Jahr.

Welcher Reifendruck für das Motorrad vorgeschrieben ist, lässt sich in der Betriebsanleitung nachlesen. Gerade wenn neue Reifen auf ein älteres Motorrad montiert werden, reicht der in der Betriebsanleitung angegebene Reifendruck oft nicht aus. Deshalb im Zweifelsfall die Reifendruckempfehlungen des Reifenherstellers befolgen. Während einer längeren Motorradtour sollte der Reifendruck mindestens zweimal wöchentlich überprüft werden.

Bildquelle: CC BY 2.0 – armin.wiedemann / flickr.com

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