Kosten für Motorrad – Fahranfänger

Ihr wollt euch den Traum vom Führerschein und einem eignen Bike erfüllen. Dazu möchte ich euch einen groben Überblick geben, mit welchen Kosten ihr für Kauf und Unterhaltung rechnen müsst. Bei aller Anfangseuphorie übernehmt euch finanziell nicht.

1. Kosten für den Motorradführerschein

Meist ist der „kleine Motorradführerschein“ gemeint, wenn vom Motorradführerschein gesprochen wird. Um ihn zu bekommen, musst du mindestens 18 Jahre alt sein. Mit ihm darfst du Motorräder mit nicht mehr als 35 kW fahren, bei einem Verhältnis zwischen Leistung und Gewicht von maximal 0,2 kW/kg. Dieser kostet mit Theorie und Praxis insgesamt etwa 1.000 bis 1.550 Euro, was auch von der Region abhängig ist. Den „großen Motorradführerschein“, mit dem du alle Motorräder fahren kannst, kannst du in Angriff nehmen, wenn du mindestens 24 Jahre alt bist. Die Gesamtkosten liegen hier zwischen 1.100 und 1.700 Euro. Diese aufgeführten Kosten sind ungefähre Richtwerte, da sie je nach Bundesland, benötigten Fahrstunden und den Fahrschulen selbst stark variieren können. Am besten vergleichst du Angebote von mehreren Fahrschulen. Durch eine Sonderprüfung lässt sich der „kleine“ Führerschein auch durch einen „großen“ Führerschein ersetzen, sobald du 24 Jahre alt bist. 

2. Kosten für Schutzbekleidung

Das Motorrad hat keine Knautschzone und der Fahrer ist Stürzen oder Unfällen schutzlos ausgeliefert. Daher solltest du nicht an der entsprechenden Schutzkleidung sparen, bestehend aus Jacke, Hose, Handschuhe und natürlich dem Helm. Es gibt hier zwar mittlerweile günstige Kleidung aus robusten Textilfasern, doch diese kann nur schwer mit einer vernünftigen Lederkombi mithalten, da Letztere auch länger hält. Ein kompletter Satz Schutzkleidung aus Leder kostet in der Regel zwischen 200 und 1.500 Euro. Wählst du hier irgendwo das Mittelfeld und gibst 500 bis 600 Euro – ruhig für solide Markenprodukte – aus, wird es nicht zu teuer und kannst dir gleichzeitig sicher sein, keine mindere Qualität zu bekommen. Bequem sollte die Kleidung außerdem sein, da du auf dem Motorrad im Sommer schon einmal schwitzen kannst. Ist die Kleidung dann zu eng, wird es mit dem Ausziehen nach der Tour kompliziert. 

3. Motorradkauf

Selbstverständlich muss auch ein Motorrad her. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder du kaufst ein Neues oder ein Gebrauchtes. Ein neues Motorrad ist mit 5.000 bis 15.000 Euro sehr teuer, dafür fährst du dank der Garantie, die es in der Regel gibt, die ersten Jahre fast sorgenfrei. Allerdings gibt es, wie bei neuen Autos auch, in den ersten Jahren stets einen großen Wertverlust. Durch eventuelles Umfallen des Motorrads, was ja nun gelegentlich als Anfänger vorkommt, und durch das der Lack schnell zerkratzt wird, geht dies noch weitaus schneller. Bei einem gebrauchten Bike schmerzen eventuelle Kratzer nicht so sehr und mit 1.000€ bis 8.000 Euro, je nach Alter, Modell und gefahrenen Kilometern, ist der Preis weitaus geringer. Dafür besteht, wie bei gebrauchten Autos, stets die Gefahr, die „Katze im Sack“ zu kaufen und das könnte dann doch stark ins Geld gehen. Deshalb ist es wichtig vor dem Kauf das gebrauchte Motorrad ordentlich prüfen, am besten mit einer Checkliste alles durchgehen, um absehbare Mängel im Vorfeld auszuschließen.

4. Unterhalt des Motorrades

Ein Motorrad, ganz egal ob neu oder gebraucht, muss versichert werden. Hier variieren die Kosten, besonders bei einem größeren Motorrad, ähnlich wie bei einem Auto sehr stark und richten sich nach deinem Alter, dem Modell und den Jahren der Fahrpraxis ohne Unfall. Als Fahranfänger ist es leider noch recht teuer und du zahlst in der Regel jährlich zwischen 700 und 1.000 Euro. Die KFZ-Steuer liegt jährlich bei etwa 50 Euro, wobei die Höhe vom Hubraum abhängig ist. Zum Unterhalt des Motorrads zählen auch gelegentliche Werkstattbesuche zur Wartung und für Verschleißreparaturen. Hier richtet sich das Ganze wieder nach der Frage, ob du ein neues oder ein gebrauchtes Motorrad gekauft hast. Wenn du eine Garantie bei einer neuen oder jungen gebrauchten Maschine hast, fährst du günstiger, als wenn du ein älteres gebrauchtes Motorrad gekauft hast. Und selbstverständlich richtet sich das Ganze auch danach, wie oft du fährst.

 

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